Ein typischer Gebäudekomplex, aber komplex in seiner Lesart
Hinter der scheinbaren volumetrischen Einfachheit dieses Gebäudetyps offenbart sich schnell eine nuanciertere Realität. Eine horizontal entwickelte, weitgehend offene und technische Geschäftsbasis trägt einen vertikalen Turm, in dem sich Büros und Wohnungen überlagern.
Die Verkehrswege sind nicht immer offensichtlich, die Ebenen korrespondieren nicht systematisch miteinander und die Verbindungen zwischen den Baukörpern haben sich oft im Laufe der Zeit verändert. Wie so oft bei dieser Art von Gebäuden lassen die vorhandenen Pläne kein genaues Verständnis des tatsächlichen Zustands mehr zu.
Gerade in diesem Zusammenhang macht die 3D-Vermessung Sinn.
Das Bestehende in seiner Gesamtheit erfassen
Der Eingriff wurde mithilfe eines 3D-Laserscanners am gesamten Gebäude durchgeführt und verfolgte einen ganzheitlichen Ansatz. Innenräume, Fassaden, Dächer und die unmittelbare Umgebung wurden kontinuierlich vermessen, um ein vollständiges Bild des Objekts wiederzugeben.
Das Scannen wird in einem Durchgang durchgeführt, wobei der Scanner auf Mannshöhe positioniert wird, sodass die Räume gleichmäßig abgelesen werden können. Mit dieser Methode werden nicht nur die Hauptvolumen erfasst, sondern auch Verschiebungen, Unregelmäßigkeiten und Besonderheiten, die für das bestehende Gebäude typisch sind.
In einigen Bereichen, insbesondere bei Dach- und Fassadenaufnahmen, waren zusätzliche Aufnahmen erforderlich, um die Informationen zu vervollständigen und eine kontinuierliche Lesbarkeit zu gewährleisten.
Von der Punktwolke zu einer zuverlässigen Arbeitsgrundlage
Nach der Vermessung werden die Daten zu einer einheitlichen Punktwolke zusammengesetzt. Diese Wolke wird zu einer getreuen Darstellung des Gebäudes, in der jedes sichtbare Element seinen Platz findet.
Mehr als nur eine einfache Erfassung, es handelt sich hier um eine echte Arbeitshilfe. Projektteams können sich darauf beziehen, um Volumen zu verstehen, Ausrichtungen zu überprüfen, Eingriffe zu antizipieren oder sich einfach im Bestand zu positionieren.
Die Strukturierung nach Ebenen und Zonen ermöglicht ein schrittweises Lesen des Gebäudes, was bei einem Komplex dieser Art unerlässlich ist.
Eine BIM-Modellierung im Dienste des Projekts
Ausgehend von dieser Grundlage wird ein digitales Modell des Gebäudes entwickelt. Das Ziel ist nicht, eine Abstraktion zu produzieren, sondern möglichst genau das wiederzugeben, was beobachtbar ist.
Die Modellierung folgt einer BIM-Logik, mit einem Detailgrad, der an den Bestand angepasst ist. Die Volumina werden strukturiert, die Hauptelemente integriert und das Ganze wird zu einem kohärenten Arbeitsinstrument für die Beauftragten.
Bei dieser Art von Projekt spielt das Modell eine zentrale Rolle. Es ermöglicht den Übergang von einer manchmal fragmentierten Lesart des Gebäudes zu einem umfassenden, organisierten und verwertbaren Verständnis.