Ein Gebäude, eine anspruchsvolle architektonische Handschrift
Gebäude im Haussmannschen Stil lassen nur wenig Spielraum für Annäherungen.
Hinter einer scheinbar regelmäßigen Fassade verbirgt sich in Wirklichkeit ein großer Reichtum an Details: gekehlte Einfassungen, Proportionsvariationen, Gesimse, Oberlichter, sehr ausgeprägte vertikale und horizontale Rhythmen.
Im Fall dieses Gebäudes in Genf ist diese Komplexität sofort spürbar. Jede Ebene hat ihre Eigenheiten, jede Öffnung ist in eine Gesamtkomposition eingebettet, die eingehalten werden muss, und sich wiederholende Elemente sind nie vollkommen identisch.
Gerade in solchen Kontexten macht die Modellierung Sinn.
Von der Realität ausgehen, um ein zuverlässiges Modell zu bauen
Wie bei allen unseren Projekten beruht die Arbeitsgrundlage auf einer Erhebung durch Laser 3D-Scanner.
Diese Vermessung erfasst das gesamte Gebäude, so wie es existiert, mit seinen Fluchten, Unregelmäßigkeiten und Besonderheiten.
Die Punktwolke wird so zu einer objektiven Referenz, auf die sich die Modellierung stützt. Es geht nicht darum, eine Fassade aus vorhandenen, manchmal unvollständigen Plänen zu interpretieren, sondern eine Geometrie zu rekonstruieren, die dem Vorhandenen entspricht.
Dieser Ansatz ist von entscheidender Bedeutung, sobald man mit alten Gebäuden arbeitet, bei denen es häufig zu Abweichungen zwischen Theorie und Realität kommt.
Die Frage nach dem Detail: Den richtigen Grad an Genauigkeit finden
Bei diesem Projekt wurde besonderes Augenmerk auf die Elemente gelegt, die die Lesart der Fassade strukturieren.
Fensterrahmen, Blenden, Gesimse oder auch Oberlichter wurden unter Berücksichtigung ihrer tatsächlichen Geometrie, aber auch ihrer Wiederholung im gesamten Gebäude modelliert. Das Ziel war nicht, eine “künstlerische” Reproduktion zu erstellen, sondern ein kohärentes, lesbares und nutzbares Modell.
Manche Entscheidungen sind eine ständige Abwägung: Wie weit ins Detail gehen, ohne das Modell unnötig zu verkomplizieren?
Hier kommt die Erfahrung ins Spiel, insbesondere bei der Handhabung von Detailebenen vom Typ LOG 200 bis 300.
Komplexität modellieren: der Fall von Schmiedearbeiten
Schmiedeeiserne Geländer sind ein gutes Beispiel für diese Problematik.
Bei diesem Gebäude tragen sie voll und ganz zur architektonischen Identität bei. Ihr Design, ihre Feinheit und ihre Wiederholung erfordern eine sorgfältige Modellierung, die weit über eine einfache Standard-Extrusion hinausgeht.
Wir haben uns dafür entschieden, sie originalgetreu zu modellieren, indem wir die Logik der Muster und die Proportionen beibehalten und gleichzeitig darauf achten, ein Modell zu erhalten, das in einem BIM. Diese Art von Element erfordert einen speziellen, oft semiparametrischen Ansatz, der sowohl Konsistenz als auch Leistung gewährleistet.